Sehr geehrte Damen und Herren, kommenden Mittwoch, den 29. November um 14 Uhr wird Herr Privatdozent Dr. med. vet. Dr. habil. Franz P. Gruber an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Seminarraum 19, Im Neuenheimer Feld 306) referieren zum Thema "Tierschutz und Wissenschaft Hand in Hand: Das 3R-Prinzip". Der Vortrag wird organisiert von der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft Tierethik in Zusammenarbeit mit der Interfakultären Biomedizinischen Forschungseinrichtung der Universität Heidelberg. Sie sind herzlich eingeladen! Über den Dozenten Dr. Franz P. Gruber (Veterinärmediziner, Doerenkamp-Zbinden Stiftung, Schweiz): Franz Paul Gruber, geboren am 27.11.1942 in Aschau im Chiemgau, studierte nach seiner Schulzeit in Rosenheim in München Biologie, Chemie und Tiermedizin. Das Staatsexamen in Tiermedizin wurde 1967 absolviert, die Promotion zum Dr. med. vet. erfolgte 1969. Zwischen 1967 und 1969 war Franz Gruber als praktischer Tierarzt in Oberbayern tätig, ab März 1969 arbeitete er als Wiss. Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin im Institut für Versuchstierkunde. Die Fachtierarztprüfung erfolgte 1974, die Habilitation 1977. Noch im gleichen Jahr begann Gruber mit der Planung und Ausführung der Tierforschungsanlage der Universität Konstanz. 1978 erfolgte die Habilitation im Fach Zoologie an der Universität Konstanz (Dr. habil.). 1985 konnte die neue Tierforschungsanlage bezogen werden, der Gruber bis 1993 als Akademischer Direktor vorstand, ab 1987 hatte er auch die Funktion des Tierschutzbeauftragten, gleichzeitig wurde er in die Tierversuchskommission des Regierungspräsidiums Freiburg berufen, der er bis heute angehört. Mit Alternativen zu Tierversuchen beschäftigt sich Gruber seit 1982, seit 1986 arbeitete er regelmäßig für die Zeitschrift ALTEX (www.altex.ch), 1993 übernahm er die Chefredaktion der Zeitschrift und die wissenschaftliche Beratung des Fonds für versuchstierfreie Forschung (www.ffvff.ch) und übersiedelte nach Zürich. Seit 2005 ist Franz P. Gruber Präsident der Doerenkamp-Zbinden Stiftung in Zürich (www.doerenkamp-zbinden.org). Die Stiftung finanziert seit 2006 für 10 Jahre einen Lehrstuhl für Alternativmethoden an der Universität Konstanz. In vielen Buchbeiträgen und Einzelpublikationen beschäftigt sich Gruber mit dem Konfliktfeld Tierversuch in der Mensch-Tierbeziehung. Er ist Mitglied in mehreren Kommissionen zur wissenschaftlichen Bewertung von Alternativmethoden (Stiftung Forschung 3R, Bern, Stiftung SET, Frankfurt, Stiftung Egon Naef, Genf). Privat ist Franz P. Gruber seit 1969 mit der Kunsthistorikerin Ursula Grashey verheiratet, 1979 wurde Sohn Jonas geboren. Über den Vortrag "Tierschutz und Wissenschaft Hand in Hand: Das 3R-Prinzip": Einleitend werden die Versuchszwecke und die aktuellen Tierzahlen zum Thema Tierversuche besprochen: Tierzahlen sind auch Ansichtssache. Was können wir tun, um die Tierversuche zu reduzieren? Wir können z. B. an das Mitleid appellieren oder wie PETA öffentlich demonstrieren, wir können aber auch auf Alternativen hinweisen und das 3R Prinzip von Russell und Burch (1959) verfolgen: Replace, Reduce, Refine. In vielen nationalen Gesetzgebungen und schon in der EU-Richtline 86/609 wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, vor Beginn eines Tierversuchs zu prüfen, ob es Alternativen gibt. Aber auch die Wissenschaftsorganisationen haben mittlerweile das 3R-Prinzip entdeckt. Die ESF (Europäische Wissenschaftsgesellschaft) verlangt von ihren nationalen Gesellschaften (in Deutschland ist die DFG, in der Schweiz der Nationalfonds) das 3R-Prinzip zu fördern. In der Schweiz geht die Forderung der Wissenschaftsgemeinschaften so weit, Wissensverzicht zu üben, wenn für schwer belastende Versuche noch keine Alternative gefunden wurde. Es werden Beispiele für Alternativen gezeigt, sowohl für Replacement wie auch für Reduktion und Refinement: Erkennen von Erbschäden, die HET-CAM in der Tumorforschung, der protektive Antikörper bei der Impfstoffprüfung, die Polio-Maus, QSAR-Techniken, der Fischei-Test und humane Endpunkte. Abschließend wird appelliert, nicht nur in der Forschung sondern auch in der akademischen Ausbildung bereits auf die Möglichkeiten von Alternativmethoden hinzuweisen und so viele wie möglich davon in die Laborarbeit einzubeziehen. Beispiel: Doerenkamp-Zbinden Lehrstuhl für Alternativen zum Tierversuchsersatz an der Universität Konstanz. Eine Anfahrtsbeschreibung sowie weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.ag-tierethik.de/vortraege.htm Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Mit den besten Grüßen, Ihre Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft Tierethik Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg www.ag-tierethik.de Hauheckenweg 27 69123 Heidelberg Deutschland Telefon (06221) 7295285 Mobiltelefon (0160) 98444909 E-Mail post@ag-tierethik.de ============SPENDENKONTO============ Bankleitzahl: 672 500 20 Kontonnummer: 100 114 681 1 Kontoinhaberin: Katharina Blesch Bank: Sparkasse Heidelberg Vielen Dank für Ihre Unterstützung! ====================================